Archiv der Kategorie 'Bellocqed'

Bellocqed: Boris Becker

BummBums Becker, der tolle Hecht Becker. Leider hat er nach seiner passablen Karierre als Tennisspieler den Absprung ins Privatleben nicht geschafft, zumindest nicht mit Betonung auf Privat. Seitdem gibt er mit wechselnder Besetzung seinen Senf zu jeder Beliebigkeit, wobei schnell auffällt das er obenrum nicht sonderlich dick angerührt ist. Und rothaarig ist er auch nicht mehr, da wird ordentlich blondiert. Der Höhepunkt war natürlich die Farce um Sandy Whatever, die Besenkamernummer der das Deutsche den sagenhaften Neologismus „Samenraub“ verdankt, der Hit Sabrina Setlur feat. Bobbele oder…der Herr wirbelt ziemlich viel Staub auf, wie mir scheint. Hinzu kommt die uneingeschränkte Rückendeckung der Springerei, die ihn einerseits für die Verdienste für’s Vaterland, andererseits aber auch deswegen liebt, weil er allein im leeren Zimmer eine zündende Schlagzeile produzieren kann.
Lieber Boris, vielen Dank nochmals. Es ist ja keine Selbstverständlichkeit sein persönliches Photoalbum zur Verfügung zu stellen. Ich hoffe, auch in Deinem Sinne, die schönsten Bilder ausgewählt zu haben.

Katja erklärt die Welt

Springer’s First Lady Katja Keßler hat ein hinreißendes Interview gegeben, das einem postfeministischen Manifest gleichkommt.
„Es gibt Dinge, die können Männer einfach nicht. Ich würde sogar behaupten, sie kommen mit angeborener Pupillenverkrümmung zur Welt und sind formen- und farbenblind. Man muss ihnen den Haushalt entreißen, bevor Schlimmeres passiert!“ Richtig Katja, rettet den Haushalt, bevor die Welt zum James Cameron – Film wird! Übrigens: die katja1
scharfe Analyse der angeborenen Pupillenverkrümmung erfolgt nach der wissenschaftlich abgesicherten Methode des deduktiven Schlusses – man schließt vom Einzelfall auf das Allgemeine, oder so ähnlich. Ebenfalls gelungen ist die Aussage, neben dem „Konsens-Gen“ hätten Frauen auch „das Kümmer-Gen: Hat auch jeder Kaffee in der Tasse? So bin ich auch erzogen.“ Glänzend, wie Powerfrau Katja die die seit Jahren schwellende Debatte zur Gewichtung von Enkulturation und Biologie aufhebt – beides ist eins, wie konnten wir das übersehen.
Gegen Ende drückt die Diekmännin nochmal richtig auf’s Gas: „Meine tiefste Überzeugung ist: Es sind nicht die Männer, die verhindern, dass Frauen Karriere machen.“ Steile These, Kat, aber verhindern Frauen ihren beruflichen Aufstieg wirklich selbst, durch ihr Duckmäusertum und ihre Ängste. Haben sie ein „Angst-Gen“ oder (statt und) sind sie vieleicht so sozialisiert? Sexismus jedenfalls ist kein Faktor, denn sowas – ihre tiefste katja2
Überzeugung wahrscheinlich – gibt’s allgemein und bei Springer im Besonderen nicht. Es sei denn, man ist „der Typ dafür“, was Katty tough natürlich nicht ist. Opfer ist man halt, oder eben nicht. katja3
Angefangen hat das Superweib übrigens bei den Seite 1-Nackten, da ist sie mit ihren suppiduppi ironischen Textchen sofort aufgefallen, „deshalb liebe ich diese Nackten von Seite 1. Sie waren mein Fuß in der Tür.“ Daher, Liebe Katja, hier ein Seite 1 – Text ausschließlich für Dich: Wenn Katja’s Mann abends total ausgehungert nach Hause kommt, dann gibt’s ordentlich Eiersalat mit Mayonnaise, wie’s dem Kai mundet. Denn der, da ist sich Katja hundertprozentig sicher, hat Geschmack und liebt ihre Kochnische deswegen über alles.

Bilder in Anlehnung an Ernest J. Bellocq;)