Katzengoldrausch

Vielleicht hat ja jemand seinen Samstag damit verbracht, die unglaublich geistreiche Doku von Ben Lewis „Die Millionenblase. Zerplatzte Träume am Kunstmarkt“ zu schauen. Dass der Kunstmarkt in den vergangenen 20 Jahren pervertierte, ist wohl für kaum jemanden neu. Die Gründe dafür, und um diese geht es Lewis vorderhand, vielleicht schon.
Lewis zieht einen Vergleich zur Finanzwelt, mit dem Ergebnis, dass Kartellbildung und Emissionsgeschäfte in der Kunstszene alltäglich sind und keine Verfolgung nach sich ziehen. Die Spekulanten haben sich das richtige Operationsfeld gesucht, denn im Gegensatz zu Feldern des Gebrauch-

mittelmarktes (Öl- oder Sojamarkt) ist die Ressource „Moderne Kunst“ (Begriff lässt sich beliebig ersetzen durch einen z. Zt. hoch gehandelten Namen) nicht verknappt. Das Gegenteil ist der Fall: Tausende „Künstler“ produzieren, jeder von ihnen kann potentiell für den Markt interessant (gemacht) werden, und diese können nahezu unbegrenzt „Kunst“ produzieren – Leute wie Damien Hirst und Jeff Koons tragen diesem Umstand Rechnung, indem sie weltweit mehrere „Ateliers“ mit unglaublich vielen Angestellten unterhalten. Die Begriffe sind schwammig in diesem Feld, immer schon gewesen, ist doch eine strukturelle Offenheit für Kunst konstitutiv und garantiert auch ihre Entwicklung. Finanzjongleure wissen das für sich zu nutzen, wie Lewis einleuchtend aufzeigt, und bringen auf dem Kunstmarkt das System der Hedge-Fonds durch. Traurig.
Aber seht selbst


1 Antwort auf „Katzengoldrausch“


  1. 1 Vom Kunstwert « Mikel Bananeng Pingback am 26. Mai 2010 um 21:32 Uhr
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