Hauser nicht zu vergessen…


Kürzlich habe ich mit dem Schriftsteller Heinrich Hauser eine wunderbare (Wieder-)Entdeckung gemacht. In „Donner überm Meer“ von 31 (übrigens keine Reportage, wie der Wikipediaartikel behauptet) begegnete mir eine Schreibe, die durch sämtliche Markierungen der Literaturwissenschaft zu dieser Zeit – Neue Sachlichkeit, Innere Emigration, Magischer Realismus, Technizismus -schlüpft, fast schon postmodernes Erzählen vorweg nimmt. Darüber hinaus tat sich der 55 verstorbene Hauser auf dem Feld der Fotografie, dem Film, aber auch engagierter (z.B. „Schwarzes Revier“) und hypertextueller Literatur („Gigant Hirn“) hervor. Weitgehend vergessen ist Hauser heute, was eventuell darauf zurückgeführt werden kann, dass er 33 seine Verleger, die jüdische Familie Fischer, zwang, die Reportage „Ein Mann lernt fliegen“ mit einer Widmung an den schmierigen Nazi Göring zu versehen. Im Unterschied zu Schmitt, Heidegger, Jünger und Benn hat Hauser trotz seiner relativ frühen Absage an den NS nach dem Reich jedoch keine bedeutende Rolle im deutschen Kulturbetrieb einnehmen können.
An dieser Stelle sei vor allem auf Hausers Fotos hingewiesen, die sich sehr schön zu den Arbeiten von Bernd und Hilla Becher in Beziehung setzen lassen. Anbei einige Duftmarken.