Fundsache (6)

Brigitte Werneburg zieht in ihrem Artikel zur Vergabe des Prix Pictet einen interessanten Vergleich zwischen Manet’s „Frühstück im Freien“ und einem Bild des israelischen Photographen und Preisträgers Nadav Kander:
„Statt dem Laubdunkel der Bäume führt nun das Betondunkel der riesigen Brückenpfeiler in die Bildtiefe; und während Manet das antike Motiv des Urteils des Paris im Freizeitausflug seines Figurenensembles profanisierte, karikiert und verabschiedet das Bild der chinesischen Familie, wie sie auf ihren Plastikmöbeln inmitten von Schutt und Plastikmüll diniert, just jenen bürgerlich-kapitalistischen Lebensstil, für den bei Manet die modisch-standardisierte Herrenkleidung seiner Ausflügler stand. Dieses Bild vermittelt sein Anliegen anspruchsvoller denn je, doch es braucht Preise, um dafür Öffentlichkeit zu schaffen.“
Bitter allerdings, dass diese Photos, so ernsthaft und überzeugend ihr Anliegen auch sein mag, bloß in die Hand beißen, die sie füttert – Pictet & Cie sind eine Bank, mit allem was dazugehört.