Note zur Europawahl

Mit etwas zeitlichem Abstand noch ein kleiner Nachtrag zur Europawahl, oder besser gesagt: zur Wahlhygiene in Deutschland. Studiumsbedingt liegt mein Wohnsitz momentan relativ mittig auf der Deutschlandkarte, in einer kleineren Studentenstadt. Dennoch ist es verfehlt in diesem Zusammenhang von Provinz zu sprechen, leben hier doch über 12o.ooo Menschen. Man könnte vermuten, hier wird einander beim Wahlvorgang auf die Finger geschaut – Pustekuchen! Ich musste nur mit der Wahlbenachrichtigung wedeln, schon ging’s los. Auch auf mein Nachfragen hin wollte man meinen Personalausweis nicht sehen. Beileibe kein Einzelfall, wie mir von Bekannten berichtet wurde, wohlgemerkt aus anderen Wahllokalen. Einer meiner Freunde fand in der Wahlkabine sogar nur einen Bleistift vor!
Es gibt wesentlich kleinere Städte als diese hier in Deutschland, und wenn es hier schon so zugeht, dann möchte man die Wahlhygiene auf solchen Dörfern, die zur Feier des Tages die Kneipe zum Wahllokal teilentfremden, garnicht kennenlernen. Das alles kann die Wahlerfolge der Rechten und politisch Gleichgültigen nicht erklären, aber ein Faktor sind diese Umstände in jedem Fall.